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FRITZ!Box Fon WLAN 7240 + Freetz + hfsplus == TimeCapsule

Schon immer habe ich davon geträumt meine täglichen Backups auf einer schönen großen externen Festplatte ablegen zu können. Bis jetzt hatte ich dafür meine alte MacBook Pro 320Gb Festplatte im stylischen USB-Gehäuse. Für TimeMachine natürlich vollkommen ausreichend, wann immer ich daheim war schnell die Platte angesteckt, kurz rattern lassen, fertig. Hat alles immer super geklappt – aber irgendwie war es doch nicht wie in der Keynote vorgestellt, und “wireless” schon gar nicht. Nun sind wir ja umgezogen und haben zum neuen Internetanschluss auch gleich die genannte Fritzbox dazubekommen. Leider mussten wir dafür den doch merklich teureren Tarif in Kauf nehmen, aber das macht die Box allemal wett!

Zum eigentlichen Inhalt:
Die Fritzbox ermöglicht es, eine eigene Firmware zu installieren. Dafür nutzen wir das ziemlich gut ausgereifte Projekt “Freetz“, welches alles zu einem “klick-and-run” werden lässt. Ein wenig Erfahrung mit der Konsole sind von Vorteil, nicht aber Voraussetzung. Einziges Problem: Freetz lässt sich nur unter Linux ordentlich kompilieren. Ihr Windowsnutzer dort draußen müsst jetzt nicht aufgeben, in der Freetz-Wiki ist sehr gut beschrieben wie man dank VMware Player auch gut unter Windows zurecht kommt. Darauf werde ich jetzt nicht weiter eingehen, dafür ist die Wiki völlig ausreichend.

Das eigentlich Interessante kommt jetzt:

Wir gehen das Tutorial für Freetz Schritt für Schritt durch, bis wir zum Schritt “make menuconfig” kommen. Das Kommando wird ausgeführt und die Einstellungen wie gewünscht angepasst (Samba + Nmbd nicht vergessen!). Danach kommt kein “make”. Stattdessen führt man “make kernel-menuconfig” aus und wählt unter “Filesystem Drivers -> Miscellaneous filesystems -> Apple Macintosh file system support (EXPERIMENTAL)” sowie “Apple Extended HFS file system support” aus. Nun die Konfiguration speichern. Danach diesen Patch herunterladen und anwenden (im Verzeichnis von Freetz einfach “patch -p0 < kernelconfig.patch“) und dann wieder “make menuconfig“. Diesmal aber: “Advanced Options -> Kernel Modules -> fs -> hfs.ko” Auch “hfsplus.ko” sowie “nls_utf8″ werden angewählt. Damit sind alle nötigen Voraussetzungen geschaffen und wir sind beim “make” angekommen. Jetzt jede Menge Zeit einplanen (1-2h!), Kaffee trinken, was auch immer. Wenn alles klappt, kommt die Meldung “Originales Firmware-Image nicht gefunden”. Auf der AVM-Website findet man die Originale Firmware für die Box, welche man in das Verzeichnis “…/dl/fw/” herunterlädt. Unter Linux am Einfachsten mit “cd …/dl/fw/; wget http://……avm.de/…/….image“. Nun wieder “make” und er sollte die neue Firmware bauen.

Diese findet sich dann als Image in “…/images/….image”. Das Image wird über das Webinterface der Box installiert (Siehe Freetz-Tutorial). Danach gibt es unter anderem den neuen Punkt “Freetz-Config” im Webinterface. Auch ein Telnet-Deamon und viele andere Dinge (siehe “make menuconfig”) wurden mit in die neue Firmware eingebaut. Leider hat die aktuellste Version noch so einige Probleme, vor allem wird das Telnetpasswort aus der Wiki nicht akzeptiert. Dafür habe ich ein Image vorbereitet. Dieses wird, wie die Firmware vorher, einfach über das Webinterface installiert und vollbringt dabei folgende Dinge:

  • das Telnet Passwort wird auf das Webinterface-Passwort gesetzt
  • der Telnet Deamon wird gestartet (mit dem neuen Passwort)
  • folgende Module werden geladen: hfs, hfsplus, nls_utf8

Nicht erschrecken, nach einer Fehlermeldung (Diese Firmware ist nicht von AVM freigegeben…) und einer weiteren (Keine Fehler.) ist alles geschafft, danach kann alles über das Originale Webinterface konfiguriert werden. Dabei ist es leider notwendig all die Schritte vorher auszuführen, da AVM es verbietet fertige Images mit Freetz zum Download anzubieten.
Das angebotene Image führt nur Befehle auf der bereits installierten Firmware aus und ist natürlich ohne Gewähr zu genießen. (Wen interessiert was ich dort tue, dem sei ein “cat enable-important-things.image” ans Herz gelegt, die Befehle sind im Klartext vorhanden.)

Danach ist alles ganz einfach: HFS+ formatierte Festplatte (bitte kein Journaling aktivieren, dann verweigert der HFS+-Treiber den Schreibmodus) an die Box stecken, kurz warten, fertig.
Nun kann die Platte als “normales” USB-Speichergerät über das AVM Webinterface konfiguriert werden, dabei sollte man “USB-Netzwerkspeicher” (was nichts anderes als “Samba-Share” ist) aktivieren, und, sofern benötigt auch noch die UPnP-Share (“Musikbox“) anwählen. Damit kann einfach über ein UPnP-Fähiges Endgerät auf die Medien zugegriffen werden, so zum Beispiel mit der XBoX 360.

Um nun mit TimeMachine die eben eingerichtete Platte zu nutzen, lege ich Jedem das folgende Tutorial ans Herz: Timemachine and Samba, von hupio.

Das einzige Problem ist nun wirklich nur noch, dass selbst draft-N Wlan gerade einmal 4mb/s schafft. Was bei 150Gb Daten wirklich noch eine Weile dauern dürfte. Verdammt!

    8 Kommentare zu “FRITZ!Box Fon WLAN 7240 + Freetz + hfsplus == TimeCapsule”

    1. 11. Juni 2009 um 21:13

      Joern schreibt:

      Hey!
      Erstmal vielen Dank, das ist genau das, wonach ich suche!

      Leider bekomme ich nach dem “patch -p0 < kernelconfig.patch” eine fehlermeldung. er fragt mich, “which file to patch”. Was mache ich falsch?

      Gruß+Dank, Jörn

    2. 12. Juni 2009 um 01:54

      simpleFabian schreibt:

      Hey Jörn!

      Soweit ich weiß ist hfs-support seit etwa 3 Tage nach meinem Post im Freetz-Kernel offiziell enthalten.
      Siehe auch Freetz Trac. Falls du also einen svn-kernel mit Revision 3326 oder höher benutzt (und das solltest du wirklich, wenn du hfs(+) haben willst), dann kannst du diesen Schritt ganz einfach überspringen und hfs direkt in der Kernelconfig auswählen.

      Dir noch einen schönen Abend und viel Spaß mit der Fritzbox :)

    3. 15. September 2009 um 14:40

      clouseau schreibt:

      Hallo,

      ich habe das selbe Problem wie Jörn. Wenn ich den Schritt überspringe bekomme ich dann später die Fehlermeldung, dass das Image zu groß ist.
      Ich kenne mich mit Unix überhaupt nicht aus, so dass ich nicht selbst den Code ändern kann.

      Gibt es gar keine Quelle für fertige Images oder zumindest Scripts für Mac-User?
      Mir geht es nur um HFS+ und Time Machine.

      Funktioniert das Ganze denn überhaupt zuverlässig?

      clouseau

    4. 15. September 2009 um 14:44

      simpleFabian schreibt:

      Nunja, “zuverlässig” ist das schon. Leider erkauft man sich das mit der unglaublich geringen Geschwindigkeit, mit der die FritzBox Daten auf die USB-Festplatte schiebt.

      Um ehrlich zu sein: Ich nutze es nicht mehr, weil ich eben keine 2 Stunden warten kann, um 20 mb zu sichern. Ich weiß nur, dass der aktuell Kernel den Support für HFS+ selbst mitbringt. Mein Tutorial ist also soweit überholt.

    5. 14. Juni 2010 um 00:44

      benny schreibt:

      da bei mir diese Anleitung leider nicht so geklappt hat, hab ich mal ne Frage bzgl. der Funktionsweise:
      Laut Anleitung wird das HFS+ Dateisystem an der FritzBox dann mit samba freigegeben oder?
      Das bedeutet dann, dass die HFS+ Funktionen weg sind. Demzufolge muss man dann den Konsolebefehl “efaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1″ trotzdem ausführen um auf dieses Netzlaufwerk backuppen zu können.
      Dann macht es also keinen Unterschied (bzw. bringt keine Verbesserung) zu nem Backup auf ein ganz normales Laufwerk?

      Stimmen diese “Bedenken”

    6. 14. Juni 2010 um 01:24

      simpleFabian schreibt:

      Richtig, durch die Freigabe per Samba verliert man den Time Machine “Supported Status”.

      Ich habe, kurz nach dem ich dieses Tutorial geschrieben habe, auch probiert den AFP-Deamon auf die Fritzbox zu portieren (erfolgreich), sodass die FB als Time Capsule eingerichtet werden konnte. Leider war die Performance hier aber so gering, dass es einfach nicht sinnvoll war (100-200kb/s Maximum!).

      Deine “Bedenken” sind insofern richtig, jedoch “bedenke” auch folgendes: Die Fritzbox bietet es an, Dateien auf angeschlossenen Datenträgern per UPNP zu streamen, du kannst also auf der gleichen Festplatte dein TimeMachine Backup sichern und Filme ablegen um sie im Netzwerk zu streamen. Letzteres bieten nur wenige Einsteiger-NAS-Systeme an.

    7. 15. Juni 2010 um 08:51

      benny schreibt:

      “Leider war die Performance hier aber so gering, dass es einfach nicht sinnvoll war (100-200kb/s Maximum!)”

      Und mit samba und z.B. dieser Lösung (http://www.meetinx.de/tutorial-time-machine-auf-nas-netzwerk-laufwerk/) hat man schnellere Schreibraten?

      “den AFP-Deamon auf die Fritzbox zu portieren (erfolgreich), sodass die FB als Time Capsule eingerichtet werden konnte”

      Gabs den als AFP-Deamon im freetz ebenfalls zur Auswahl? Oder hast du den von Hand importiert? Und falls du ihn von Hand importiert hast, hättest du dazu auch noch eine kleine Anleitung? Bisher hab ich eigentlich nur Baukasten-mäßig Freetz gebaut; also das was zur Auswahl im fretz stand.

    8. 15. Juni 2010 um 08:59

      simpleFabian schreibt:

      Hey benny,

      wie schon in dem Artikel erwähnt: Mit Samba sind die Raten akzeptabel. 3-4mb/s sollten drin sein.

      Den AFP habe ich damals mit den Freetz-Quellen crosscompiliert. Du findest im Wiki entsprechende Informationen. Eventuell gibt es den Deamon auch bereits in den Quellen.
      Aber wie gesagt: es lohnt sich nicht, weil die FritzBox so einen kleinen Prozessor hat, dass der Deamon sie völlig überfordert.

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